
Erscheinungsdatum: 09.02.2012
Die beigelegten Zeitungen:
Neue Zürcher Zeitung, 16. Oktober 1933
Berliner Tageblatt, 13. November 1933
Deutsche Freiheit, 14. November 1933
Die Analysen unserer Experten:
Völkerbund-Austritt: Dr. Kurt Bauer, Ludwig Boltzmann Institut für Historische Sozialwissenschaft Wien, über den Austritt am 14. Oktober 1933, durch den Hitler außenpolitisch nach Gutdünken Verträge mit einzelnen Staaten schließen und weiter für den Krieg rüsten konnte.
Geschichte des Völkerbunds: Dr. Christoph Strupp, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, erläutert, dass der Völkerbund in den beiden Jahrzehnten bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nur in Randbereichen seines Aufgabengebiets Erfolge erzielte.
Leser-Lupe: Dr. Gabriele Toepser-Ziegert, Institut für Zeitungsforschung in Dortmund, analysiert die beigelegten Zeitungen. Während das „Berliner Tageblatt“ den Presseanweisungen des Regimes unterworfen ist, berichtet die „Deutsche Freiheit“ als „einzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands“ mit Spott und Häme über den Völkerbund-Austritt. Die „Neue Zürcher Zeitung“ bemüht sich dagegen um ausgewogene Argumente.
Propaganda: Das Plakat in dieser Ausgabe ist nationalsozialistische Propaganda zum Völkerbund. Zitate des liberalen englischen Politikers David Lloyd George werden sinnentstellt.
Porträt: Alexander Luckow porträtiert den Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff, dessen Analysen in der Politik der Weimarer Republik gefürchtet waren. Die Nazis beendeten seine Karriere jäh.
In dieser Ausgabe ist uns auf Seite 4 ein ärgerlicher Fehler passiert: Wir schreiben nicht von “Scheinwahlen”, sondern von “Schweinwahlen”. Auch wenn das ein “Freud’scher Versprecher” gewesen sein könnte, bitten wir unsere Leser dafür um Entschuldigung.
Die Redaktion