Ausgabe 60

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Zeitungszeugen Nr. 60
Erscheinungsdatum: 28.02.2013
Das Urteil von Nürnberg, Herbst 1945- Herbst 1946
Die beigelegten Zeitungen:

Aachener Nachrichten, 23. November 1945

Der Aufbau, 4. Oktober 1946
Neues Deutschland, Februar 1946

Die Analysen unserer Experten:
Der Jahrhundertprozess: Dr. Annette Weinke, Friedrich-Schiller-Universität Jena, über der Prozess gegen die „Hauptkriegsverbrecher“ vor dem „International Military Tribunal“ in Nürnberg. Die Anklageerhebung gegen 24 ehemals führende Vertreter des „Dritten Reichs“ war rechtlich und öffentlichkeitspolitisch ein Novum in der Geschichte der internationalen Beziehungen.
Die Konferenz von Potsdam: Prof. Dr. Wolfgang Benz, Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, über den Sommer 1945, in dem die „Großen Drei“ zu ihrer letzten Kriegskonferenz zusammenkamen, um über die politischen und wirtschaftlichen Grundsätze der alliierten Kontrolle über Deutschland zu beraten.
Leser-Lupe:
Sandra Paweronschitz, Ludwig-Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft Wien und Prof. Dr. Fritz Hausjell, Universität Wien, analysieren die beigelegten Zeitungen – Dass es bereits einen angelsächsischen Einfluss auf den deutschen Journalismus gibt, zeigen die „Aachener Nachrichten“ bei ihrer Berichterstattung über den Prozessbeginn in Nürnberg. Die Exilblätter machen dagegen deutlich, dass die Exilanten nach 1945 sorgfältig beobachteten, wie genau es das neue Deutschland mit der Entnazifizierung nahm.
Porträt: Dr. Annette Weinke, Friedrich-Schiller-Universität Jena, über den Vollblut-Völkerrechtler Raphael Lemkin.

 

Ausgabe 59

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Zeitungszeugen Nr. 59
Erscheinungsdatum: 21.02.2013
Das besetzte Deutschland, Sommer 1945
Die beigelegten Zeitungen:

Tägliche Rundschau, 2. und 9. Juni 1945

Freies Deutschland, April 1945
Freies Deutschland, 7. Juni 1945

Die Analysen unserer Experten:
Deutschland in vier Zonen: PD Dr. Jörg Echternkamp, Universität Halle, über die Besatzungsjahre nach der Kapitulation. Das Leben der Menschen hing wesentlich davon ab, in welcher der vier Zonen sie lebten. Noch lange prägte das kriegsbedingte Chaos den Alltag und herrschte große existentielle Unsicherheit. Von einer „Stunde Null“ mag aber heute kaum noch jemand sprechen. Es gab vielmehr eine teils verblüffende Beständigkeit.
Anblicke des Grauens: Prof Dr. Dieter Pohl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, über die Befreiung der Konzentrationslager. Im Frühjahr 1945 wurde die Weltöffentlichkeit mit zutiefst schockierenden Foto- und Filmaufnahmen konfrontiert, die Kriegsberichterstatter der westlichen Alliierten bei der Befreiung nationalsozialistischer Konzentrationslager aufgenommen hatten.
Leser-Lupe:
Christina Kiesewetter, Chefredaktion Zeitungszeugen, analysiert die beigelegten Zeitungen – Im Frühsommer 1945 erscheinen kaum Zeitungen im besetzten Deutschland. Eine der wenigen ist die „Tägliche Rundschau“, die von der Roten Armee in der sowjetischen Besatzungszone herausgegeben wird. Die Absicht der kommunistischen Umerziehung merkt
man dem Blatt deutlich an.
Porträt: Prof. Dr. Dieter Pohl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, porträtiert Georgi Konstantinowitsch Schukow den Sieger von Berlin.

 

Ausgabe 58

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Zeitungszeugen Nr. 58
Erscheinungsdatum: 07.02.2013
Das Deutsche Reich kapituliert, 8. Mai 1945
Die beigelegten Zeitungen:

Neues Deutschland, 1. Mai 1945

Der Aufbau, 11. Mai 1945
Freies Deutschland, 14. Mai 1945

Die Analysen unserer Experten:
Ende des NS-Regimes: Prof. Dr. Wolfgang Benz, Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, über die bedingungslose Kapitulation, die am 8. Mai 1945 um 23.01 Uhr mitteleuropäischer Zeit an allen Front in Kraft trat. Der Unterzeichnung waren etliche diplomatische Bemühungen vorausgegangen. Die Deutschen wollten – noch immer
ideologisch verblendet – nur gegenüber dem Westen kapitulieren, um dann gemeinsam gegen den Bolschewismus zu kämpfen.
Terror bis zur letzten Minute: Prof. Dr. Dieter Pohl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, über erschöpfte Häftlinge, vermeintliche „Defätisten“ und Deserteure, die auch in den letzten Kriegstagen noch massenhaft ermordet wurden. Die Alliierten trafen in einigen Lagern unmittelbar danach ein – oft hatten die Nazis keine Zeit mehr gehabt, die Leichen zu verbrennen, und waren geflüchtet.
Leser-Lupe:
Prof. Dr. Fritz Hausjell, Universität Wien, analysiert die beigelegten Zeitungen – Wie thematisierte die antifaschistische Publizistik und Propaganda das nahende Kriegsende und die schließliche Kapitulation Deutschlands? Welche Ausblicke und Perspektiven auf ein „neues Deutschland“ boten Exilzeitschriften? Das zeigen die beigelegten Zeitungen dieser Ausgabe.
Porträt: Prof. Dr. Sönke Neitzel, London School of Economics, porträtiert den letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz.

 

Ausgabe 57

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Zeitungszeugen Nr. 57
Erscheinungsdatum: 07.02.2013
Hitlers Ende, 30. April 1945
Die beigelegten Zeitungen:

Oberdonau-Zeitung, 2. Mai 1945

Die Zeitung, 4. Mai 1945
Der Aufbau, 4. Mai 1945
Braunschweiger Bote, 4. Mai 1945

Die Analysen unserer Experten:
Selbstmord des “Führers”: Dr. Kurt Bauer
Ludwig-Boltzmann-Institut für Historische
Sozialwissenschaft Wien, über den Nachmittag des
30. April 1945, an dem Adolf Hitler im Bunker
unter der Berliner Reichskanzlei gemeinsam
mit seiner frisch angetrauten Frau Eva
Selbstmord beging. Die sowjetischen Truppen standen
nur noch wenige hundert Meter entfernt.
Dresdner Feuersturm: Jun.-Prof. Dr. Malte Thießen, Institut für Geschichte Universität Oldenburg, über die Bombardierung Dresdens, die als letzter Höhepunkt des alliierten
Bombenkriegs gegen deutsche Städte gilt, für einige sogar als Fanal sinnlosen Flächenbombardements. Bis heute beschäftigen sich Überlebende und Historiker mit dem Feuersturm, der die Stadt an der Elbe drei Monate vor Kriegsende verwüstete.
Leser-Lupe:
Alexander Luckow, Journalist, Jurist und Kommunikationsberater, analysiert die beigelegten Zeitungen – Großdeutschland liegt im Frühjahr 1945 in Trümmern. Zeitungen erscheinen im Reich kaum noch. Eines der letzten Durchhalteblätter aus Österreich, eine erste Mitteilungsnummer der Alliierten aus Braunschweig und zwei Exilzeitungen beleuchten die Tage und Wochen des Untergangs des Nationalsozialismus.
Porträt: Sven Felix Kellerhoff, Leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte, „Die Welt“/ „Berliner Morgenpost, porträtiert Eva Braun, die unsichtbare Frau an Hitlers Seite.

 

Ausgabe 56

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Zeitungszeugen Nr. 56
Erscheinungsdatum: 31.1.2013
DerVolkssturm: Alte und Junge ziehen in den Krieg Herbst1944
Die beigelegten Zeitungen:

Deutsche Allgemeine Zeitung, 12. & 14. November 1944

Potsdamer Tageszeitung, 19. & 20. Oktober 1944
Das neue Deutschland, 15. Januar 1945
Volk und Vaterland, Kriegsgefangenenzeitung

Die Analysen unserer Experten:
Das letzte Aufgebot: Dr. Peter Lieb, Department of War Studies, Royal Military Academy Sandhurst, über den “Volkssturm”, mit dem im Herbst 1944 alle 16- bis 60-jährigen Männer eingezogen wurden, die bisher noch nicht in Hitlers Krieg kämpften.
Die Ardennen-Offensive: Dr. Peter Lieb, Department of War Studies, Royal Military Academy Sandhurst, über den letzten großen Angriff der Deutschen Ende 1944, die ihre letzten Reserven zusammenkratzten, um die vorrückenden britischen Verbände bei Antwerpen einzukesseln.
Leser-Lupe:
Oliver Rasche, Diplom-Journalist und Redakteur der TV-Sendung „hart aber fair“, analysiert die beigelegten Zeitungen – Dass der „Volkssturm“ in den beigelegten Zeitungen so großen Raum einnimmt, belegt, dass die Propaganda nicht mehr viele Argumente für einen „Endsieg“ hatte. Die  Widerstandsblätter versuchen dagegen, deutsche Soldaten und Bevölkerung zum Aufgeben in diesem sinnlosen Krieg zu bewegen.
Porträt: PD Dr. Frank Bajohr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, porträtiert den Leiter der Partei-Kanzlei Martin Bormann.

 

Ausgabe 55

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Zeitungszeugen Nr. 55
Erscheinungsdatum: 24.1.2013
Das Stauffenberg-Attentat, 20. Juli 1944
Die beigelegten Zeitungen:

12 Uhr Blatt, 21. Juli 1944

Kölnische Zeitung, 21. Juli 1944
Berliner Lokal-Anzeiger, 22. Juli 1944
Das neue Reich, Juli 1944

Die Analysen unserer Experten:
Operation Walküre: Sven Felix Kellerhoff, Leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte bei der Zeitung „Die Welt”, über den gescheiterten Widerstand vom 20. Juli 1944. Im Hintergrund hatten etliche Mitverschwörer darauf gewartet, dass nach Hitlers Tod vom Attentäter Stauffenberg der Aufruf zum Staatsstreich gegeben würde. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen.
Die Stimmung der Deutschen: PD Dr. Frank Bajohr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, über die sich stetig verschlechternde Stimmung im Deutschen Reich. Dennoch brach die Kampfbereitschaft der Wehrmacht nicht zusammen, und auch an der „Heimatfront“ hielten sich noch manche Illusionen über kommende „Wunderwaffen“.
Leser-Lupe:
Alexander Luckow, Journalist, Jurist und Kommunikationsberater, analysiert die beigelegten Zeitungen – Die drei gleichgeschalteten Blätter bemühen Vorsehung und Schicksal bei der groß aufgemachten Berichterstattung über das missglückte Attentat auf Hitler. Das kleine Widerstandsblatt „Das neue Reich“ parodiert dagegen gekonnt die Sprache der NS-Propaganda und druckt die traurige Wahrheit.
Porträt: Irene Maria Leitner, Redaktion Zeitungszeugen, porträtiert Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

 

Ausgabe 54

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Zeitungszeugen Nr. 54
Erscheinungsdatum: 17.1.2013
D-Day, 6. Juni 1944
Die beigelegten Zeitungen:

Der Mittag, 7. Juni 1944

Freies Deutschland, 11. Juni 1944
Münchner Neueste Nachrichten, 8. Juni 1944

Die Analysen unserer Experten:
Invasion in Frankreich: Prof. Dr. Günter Bischof, Department of History, University of New Orleans, über den 6. Juni 1944, an dem 133.000 Soldaten der alliierten Truppen an den Küsten der Halbinsel Cotentin landeten und um 6.30 Uhr mit dem Ansturm auf Hitlers „Festung Europa“ begannen.
Die Befreiung von Paris: Dr. Peter Lieb, Department of War Studies an der Royal Military Academy Sandhurst, über den Résistance-Mythos in Frankreich: Die Rolle der Alliierten wurde beim Einmarsch in die symbolträchtige Hauptstadt heruntergespielt.
Leser-Lupe:
Christina Kiesewetter, Chefredaktion Zeitungszeugen, analysiert die beigelegten Zeitungen – Nach dem D-Day können die Zeitungen eine konkrete Bedrohung für das Deutsche Reich nicht mehr propagandistisch vernebeln. Die beiden NS-Blätter  warnen deshalb vor der „Bolschewisierung“ Europas, sollten die Alliierten erfolgreich sein.
Porträt: Dr. Christoph Strupp, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, porträtiert den Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte Dwight D. Eisenhower.

 

Ausgabe 53

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Zeitungszeugen Nr. 53
Erscheinungsdatum: 10.1.2013
Ein neues Europa nach dem Krieg?, Herbst 1943
Die beigelegten Zeitungen:

Der Mittag, 3. November 1943

Freies Deutschland, 1. Dezember 1943
Hannoverscher Kurier, 4. Dezember 1943

Die Analysen unserer Experten:
Die neue Weltordnung: Prof. Dr. Oliver Rathkolb, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Prof. Dr. Erwin Schmidl, Österreichische Landesverteidigungsakademie, und Sandra Paweronschitz, Ludwig-Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft Wien, über die alliierten Pläne für eine friedliche Welt nach dem Ende des Krieges.
Churchill-Stalin-Agreement: Sandra Paweronschitz, Ludwig-Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft Wien, über die Beratungen zur künftigen Einflussnahme am Balkan. Auf einem halben Blatt Papier legten Churchill und Stalin die Zukunft Bulgariens, Rumäniens, Griechenlands, Jugoslawiens und Ungarns fest.
Leser-Lupe:
Irene Maria Leitner, Redaktion Zeitungszeugen, analysiert die beigelegten Zeitungen – Um die  Deutschen zum Weiterkämpfen zu bewegen, baut die
Nazi-Propaganda die Drohkulisse einer „Bolschewisierung“ Europas auf und verbreitet, dass sich die USA und England von der Sowjetunion an der Nase herumführen lassen.
Porträt: Dr. Christoph Strupp, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, porträtiert US-Präsident Harry S. Trumann.

 

Ausgabe 52

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Zeitungszeugen Nr. 52
Erscheinungsdatum: 3.1.2013
Aufstand im Warschauer Ghetto, 19. April 1943
Die beigelegten Zeitungen:

Der Mittag, 9./10. Juli 1943

12 Uhr Blatt, 14./15. Juli 1943

Die Analysen unserer Experten:
Die letzte Freiheit: PD Dr. Frank Bajohr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, über den Aufstand im Warschauer Ghetto, der das bedeutendste militärische Unternehmen
von Juden im besetzten Europa war. SS und Polizei wurden von Ausmaß und Taktik völlig überrascht.
Eine Stadt gegen Hitler: Prof. Dr. Dieter Pohl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, über den Warschauer Aufstand vom August bis Oktober 1944, nicht zu verwechseln mit dem Ghettoaufstand von 1943. Polens Hauptstadt wollte sich selbst befreien, noch bevor die Rote Armee eintraf.
Leser-Lupe:
Alexander Luckow, Jurist, Journalist und Kommunikationsberater, analysiert die beigelegten Zeitungen – Über die Vorgänge im Warschauer Ghetto schweigen die reichsdeutschen Zeitungen. Dafür wird die „Schlacht um Kursk“ wenige Wochen später zur Wende im Krieg gegen die Sowjetunion aufgebauscht.
Porträt: Prof. Dr. Dieter Pohl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, porträtiert Emanuel Ringelblum, der ein Untergrundarchiv im Warschauer Ghetto anlegte.

 

Ausgabe 51

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Zeitungszeugen Nr. 51
Erscheinungsdatum: 27.12.2012
“Wollt ihr den totalen Krieg?”, 18. Februar 1943
Die beigelegten Zeitungen:

Das Reich, 
14. Februar 1943
Die Zeitung, 26. Februar 1943

Die Analysen unserer Experten:
Goebbels’ Sportpalastrede: Prof. Dr. Peter Longerich, Royal Holloway College London, über die Legende, dass Goebbels sein Publikum bei der Ausrufung des “totalen Kriegs” in einen Zustand willenloser Raserei versetzt habe.
Ausländer als Zwangsarbeiter: Prof. Dr. Dieter Pohl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, über die erbärmlichen Bedingungen von Zwangsarbeitern in Deutschland. Bis 1945 wurden 8,5 Millionen ausländische Zivilisten zur Arbeit im Deutschen Reich verpflichtet, zunächst als Fremdarbeiter, spätestens ab 1942 als Zwangsarbeiter.
Leser-Lupe:
Prof. Dr. Fritz Hausjell, Universität Wien,, analysiert die beigelegten Zeitungen – Erstmals drucken wir in unserer Edition die anspruchsvoll gemachte Wochenzeitung „Das Reich“ nach, die seit 1940 erschien und für die Propagandaminister Goebbels regelmäßig den Leitartikel verfasste. Das Blatt wirft die Frage auf, ob sich begabte Journalisten in den Dienst einer falschen Sache stellen dürfen, um weiter publizieren zu können.
Porträt: Dr. Judith Prokasky, Kuratorin der Ausstellung „Zwischen den Zeilen? Die Zeitungspresse als NS-Machtinstrument“, porträtiert den Karikaturisten Erich Ohser, der für “Das Reich” zeichnete.